1. Gründung und Ursprung
Forcella Italia wurde in den 1970er Jahren gegründet. Der Kopf hinter der Marke war kein Geringerer als Franco Acerbis (der Gründer der bekannten Plastik-Marke Acerbis), zusammen mit Ingenieuren, die zuvor oft bei Marzocchi oder anderen italienischen Federungsspezialisten gearbeitet hatten.
Das Ziel war es, eine Elite-Marke zu schaffen, die sich ausschließlich auf den Wettbewerb konzentrierte – sozusagen das "Ohlins von Italien". Während Marzocchi ein Massenhersteller war, produzierte Forcella Italia in kleineren Stückzahlen für Profis.
2. Die goldene Ära (Ende 70er – 80er Jahre)
Forcella Italia wurde schnell zum Ausrüster für die exklusivsten Marken.
- Offroad: Sie lieferten Gabeln für die Top-Modelle von KTM, SWM, Gilera, Cagiva und eben auch für Kleinserienhersteller wie AIM (bei deren 80er und 125er Spitzenmodellen).
- Technik: Sie waren Pioniere bei der Verwendung von Magnesium für Tauchrohre und setzten sehr früh auf Cartridge-Systeme, als andere noch einfache Dämpferstangen nutzten.
- Straßenrennsport: In den 80ern dominierten sie die 125ccm und 250ccm Grand-Prix-Klassen. Legendäre Fahrer wie Valentino Rossis Vater Graziano oder spätere Weltmeister fuhren mit Forcella Italia.
3. Das Ende und die Übernahme
In den späten 80er Jahren wurde der Konkurrenzdruck durch japanische Hersteller (Showa/Kayaba) und die aufstrebenden Marken WP (White Power) und Ohlins immer größer.
- 1993 Übernahme durch Paioli: Schließlich wurde Forcella Italia von Paioli (einem anderen großen italienischen Hersteller) übernommen.
- Namensänderung: Viele Jahre lang wurden hochwertige Gabeln dann unter dem Label Paioli-Forcella Italia vermarktet (z.B. an Bimota oder Ducati). Heute ist der Name als eigenständige Marke weitgehend vom Markt verschwunden.
