Foundet:1965
1. Aermacchi: Vom Himmel auf die Straße
Aermacchi (Aeronautica Macchi) ist ein Paradebeispiel für ein Rüstungsunternehmen, das nach dem Krieg umsatteln musste.
- Gründung: 1912 von Giulio Macchi in Varese (Norditalien) als Flugzeugfabrik gegründet. Sie bauten einige der schnellsten Wasserflugzeuge der Welt (Schneider-Cup-Racer).
- Der Umbruch: Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Flugzeugproduktion in Italien stark eingeschränkt. Um das Werk auszulasten, begann man 1951 mit dem Bau von Motorrädern.
- Das Markenzeichen: Aermacchi wurde berühmt für seine liegenden Einzylinder-Viertakter (z. B. die Chimera oder die Ala d'Oro). Diese Bauweise ermöglichte einen sehr niedrigen Schwerpunkt und machte die Maschinen im Rennsport extrem erfolgreich.
- Das Schicksal: Da die finanziellen Mittel für die Expansion fehlten, suchte man Ende der 50er Jahre einen Partner – und fand ihn in den USA.
2. Harley-Davidson: Die Garagen-Legende
Harley-Davidson ist der Inbegriff des amerikanischen Traums und der Beständigkeit.
- Gründung: 1903 in Milwaukee, Wisconsin. Die Freunde William S. Harley und die Brüder Arthur und Walter Davidson (später kam William Davidson hinzu) bauten ihren ersten Motor in einer kleinen Holzhütte (der berühmten "Garage").
- Der Durchbruch: Während andere US-Marken (wie Indian) untergingen, überlebte Harley beide Weltkriege und die Weltwirtschaftskrise. Sie spezialisierten sich früh auf große, schwere V-Twin-Motoren (45° Winkel).
- Die Krise: In den 1950ern geriet Harley unter Druck durch leichte, schnelle Importmaschinen aus Europa und Japan. Harley hatte selbst keine kleinen, modernen Motoren im Programm.
3. Die Fusion: Aermacchi-Harley-Davidson (1960)
Um den europäischen Markt zu erobern und ein Angebot an kleinen Maschinen zu haben, kaufte Harley-Davidson 1960 eine 50-prozentige Beteiligung an der Motorradsparte von Aermacchi.
- Die Strategie: Die Maschinen wurden in Italien produziert, trugen aber das Logo von Harley-Davidson. In den USA wurden sie als Einstiegsmodelle verkauft (z. B. die Harley-Davidson Sprint).
- Sportliche Krönung: In den 70er Jahren gewann diese Verbindung (unter dem Namen AMF-Harley-Davidson) mehrere Weltmeistertitel in der 250cc- und 350cc-Klasse mit dem Fahrer Walter Villa.
- Das Ende: 1978 zog sich Harley-Davidson aus Italien zurück und verkaufte das Werk in Varese an die Brüder Castiglioni, die daraus die Marke Cagiva formten.
During the 1970s, Harley-Davidson utilized Aermacchi’s Italian engineering to enter the dirt bike scene. They produced the SX series (Enduro) and the MX-250 (Motocross). The 1978 MX-250 is legendary for its unique design and power but struggled to compete commercially against Japanese brands. This era ended when the Varese factory was sold to the Castiglioni brothers (Cagiva) in 1978.
Closed: 1978
The Varese plant underwent several transitions: In 1978, Harley-Davidson sold the factory to the Castiglioni brothers, forming Cagiva. The site later saw the rebirth of MV Agusta. Harley-Davidson briefly repurchased MV Agusta in 2008 but sold it back to Claudio Castiglioni in 2010. As of 2024, MV Agusta is fully owned by Pierer Mobility AG (KTM) after a staged acquisition.
