Firmengeschichte: Preston Petty Products
- Gründer: Preston Petty (ein US-amerikanischer Top-Rennfahrer, der unter anderem bei den International Six Days Trial startete).
- Gründung: Um 1970 in Oregon, USA.
- Die Innovation: Petty war frustriert über die damals üblichen Aluminium- und Stahlkotflügel, die bei Stürzen verbogen oder brachen. Er experimentierte mit verschiedenen Kunststoffen und fand die perfekte Mischung aus High-Density-Polyethylen (HDPE). Sein Durchbruch war das Spritzgussverfahren, das die Teile unzerstörbar und dennoch flexibel machte.
Meilensteine und Produkte (1970er Jahre)
Wie von Ihnen erwähnt, wurden seine Entwicklungen zum Standard für jeden ernsthaften Geländefahrer:
- Mudder-Fender: Der erste breite Universal-Vorderkotflügel (ab 1972).
- IB-Fender (Integral Bracket): Hinterradkotflügel mit integrierter Halterung (ab 1973).
- Enduro-Lampenmaske: Die erste flexible Kunststoffmaske, die Schläge absorbierte.
- Hex-Griffe: Berühmt für ihr Sechskant-Muster, das auch bei Schlamm maximalen Grip bot.
- No-Dive-System: Eine mechanische Anti-Dive-Vorrichtung für die Vordergabel, um das Eintauchen beim Bremsen zu verhindern (technisch brillant, aber komplex).
Markterfolg und Absatzzahlen
Auf dem Höhepunkt der Offroad-Welle in den USA (ca. 1975–1978) erreichte die Firma tatsächlich die beeindruckende Marke von 2.000 Schutzblechen pro Tag. Nahezu jedes namhafte Wettbewerbsmotorrad, das nicht bereits ab Werk mit gutem Kunststoff ausgestattet war (wie etwa Maico oder CZ), wurde auf Preston Petty umgerüstet.
Das geschäftliche Ende (1980)
- Preston Petty wollte sich mehr der Entwicklung widmen und verkaufte die Firma auf Ratenbasis.
- Die Käufer übernahmen sich wirtschaftlich und gingen in den Konkursstrudel der frühen 80er Jahre (verursacht durch die Rezession und den Wandel des Motorradmarktes) mit hinein.
- Da die Zahlungen ausblieben und die Firma im Konkursverfahren feststeckte, verlor Petty faktisch sein Lebenswerk und die Namensrechte.
Das moderne Revival
Die Marke blieb über 30 Jahre lang ein reiner Mythos der "Vintage-Szene", bis der US-Unternehmer Paul Stannard die Rechte erwarb und Preston Petty (vor dessen Tod im Jahr 2022) in den Prozess einbezog.
- Heute: Unter prestonpettyproducts.com werden die Teile mit den originalen Gussformen (oder originalgetreuen Repliken) wieder hergestellt.
