1. Die Anfänge: Von der Fahrradnabe zum Hilfsmotor (1920–1945)
- Gründung: 1920 als Rotax-Werk AG in Dresden, Deutschland.
- Der Name: Abgeleitet von „Rotierende Achse“ (engl. Rotating Axle), bezogen auf das erste Erfolgsprodukt: eine Freilaufnabe für Fahrräder.
- Expansion: In den 30er Jahren begann man mit der Fertigung von Hilfsmotoren für Motorräder. Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Produktion aufgrund der Bombenangriffe nach Österreich verlegt.
2. Neuanfang in Österreich (1947–1970)
- Standort Gunskirchen: 1947 startete Rotax die Produktion in Oberösterreich neu. Zunächst baute man Motoren für die Landwirtschaft (Einachsschlepper) und Roller (z.B. für Lohner).
- Zweitakt-Spezialist: Rotax entwickelte sich schnell zum führenden Experten für kompakte, leistungsstarke Zweitaktmotoren. In den 60er Jahren lieferten sie bereits Zehntausende Motoren für Schneemobile nach Nordamerika.
3. Die Bombardier-Ära und der Motorrad-Boom (1970–2000)
- Übernahme: 1970 kaufte der kanadische Konzern Bombardier das Werk. Rotax wurde zum „Herz“ der Bombardier-Produkte (Ski-Doo, Sea-Doo).
- Motorrad-Dominanz: In den 80er und 90er Jahren war Rotax der wichtigste Motorenlieferant für Marken, die keine eigene Motorenentwicklung hatten:
- Zweitakter: Legendäre Motorn für Aprilia, Can-Am, Kramer und KTM.
- Viertakter: Der Rotax 504 (Einzylinder) wurde zur Basis für unzählige Enduros (Puch, KTM, Armstrong, CCM, MZ).
- Zusammenarbeit mit BMW: Rotax entwickelte und baute den Motor für die BMW F650, was den Ruf für Zuverlässigkeit massiv festigte.
4. Spezialisierung: Karts und Luftfahrt
- Karting: Mit der Rotax MAX-Serie revolutionierte das Unternehmen den Kartsport durch wartungsarme, aber leistungsstarke Motoren und schuf eine der größten Rennserien weltweit.
- Flugmotoren: Heute ist Rotax mit der 912er-Serie Weltmarktführer bei Motoren für Ultraleicht- und Leichtflugzeuge.
5. Rotax heute (BRP-Rotax)
Seit 2003 gehört Rotax zu BRP (Bombardier Recreational Products). Das Unternehmen in Gunskirchen ist heute ein Hochtechnologie-Standort für:
- Powersports: Motoren für Can-Am (ATV & Spyder), Ski-Doo und Lynx.
- E-Mobilität: Entwicklung von elektrischen Antriebssystemen (z.B. für die neuen elektrischen Can-Am Motorräder).
